Bumm!

Die Bombe explodierte.

Und ich brach in schallendes Gelächter aus.

So absurd. So komisch real. So verbrecherisch ausweglos.

Eine Granate, deren Explosion so viel veränderte.

Es steht verdammt viel auf dem Spiel.

Und daher ist Flucht –

meine natürliche Verhaltenszuflucht –

nicht mehr möglich.

Es sind die Geschichten, die wir uns über uns selber erzählen

und meine musste umgeschrieben werden,

um der Dramatik dieser Szene ein heilvolles Ende zu verpassen.

Die Maske im Umgang mit anderen. Naiv. Quirlig. Inkompetent? Sexualisiserbar?

Wie viel Verantwortung trage ich bei zur Außenwahrnehmung, wo werde ich aktiv in Rollen geschoben und wo lasse ich dies zu, verhindere ich es nicht?

Um was? Höflich zu bleiben? The person of interest zu bleiben? Dem Konflikt zu entkommen?

Das ist die Kehrseite.

Der schmale Weg zwischen Freundschaft und Sexualität, zwischen Nähe und Intimität, zwischen Vertrauen, Verlangen und Abstoßung.

Die Schmach, dass das Wegfallen der Fantasie, die Spannung zerstört und ein Aussprechen eine nicht wieder gut zu machende Lähmung hervorruft.

Die Situation entpuppte sich als äußerst fragwürdig.

Unter dem Deckmantel des Geheimnisses versuchte ich also meinen Kopf zu kühlen, die Energie zu katalysieren und einen Ansprechpartner für all das zu finden.

Ich schaffte es Worte für mich zu finden. Die Situation zu klären. Die Wogen zu glätten.

Seither herrscht Kontaktlosigkeit. Vorhersehbar. Absehbar. Erträglich.

Die Zügel mehr in die Hand zu nehmen stand mir nicht zu. Hierarchien verwischen. Status. Machtgefälle. Öllawinen und Mienenfelder.

Erwachsen gelöst. Undramatisch. Unangenehm.

Was einst nicht gelungen nun doch errungen – aber ist die Sache für mich dadurch gelöst?

Liegt das Problem nicht eigentlich weit drunter,

in einer Übergriffigkeit,

die lieb gemeint, wertschätzend, missinterpretierend, doch ganz normal sei.

Mein normal ist dein normal und dein normal ist mein Normal.

Beneidenswert wer seine Grenzen kennt.

Sie klar zieht und like a worrior sich vor sie stellt und sie bewacht.

Meine Sicht ist eher vernebelt.

Mein Bewertungssystem zeigt ERROR an

und mittendrin schwimme ich getragen von den Wellen des Lebens

und versuche immer genug Sauerstoff in meine Lungen zu pressen, um ja nicht unterzugehen.

Meine Träume sind inzwischen an so viele Faktoren gebunden,

und ich vermisse den befreiten, waghalsigen Tatendrang, der Mienen sprengt und Täler durchquert.

Dieser Wunsch ist es wohl der meine Normierungssysteme lahmlegt,

Grenzen immer hinterfragt

und eine Offenheit an den Tag legt,

die schnell einmal entgegen meiner Wünsche fehlgeleitet werden kann.

Do not change.

But change.

Und damit, meine liebsten Gedankenströme, schließen wir nun dieses Kapitel.

Lassen es ruhen. Das Gras wachsen. Und vielleicht- ganz vielleicht- gerät es zeitnah in Vergessenheit.

Wir hoffen drauf.

Denn den Rückwärtsgang mit nachfolgendem Vorwärtsgang. Den gilt es einzuschlagen.