In mir eine Eiswüste. Nacht, kalt, aussichtslos. Ich renne aber komme nicht von der Stelle. Panik. Ich fühle mich so schwer, so unglaublich schwer. Ich will dem allen entrinnen. Endlich wieder fliegen, hüpfen, jauchzen, frohlocken. Aber ein Gewicht hängt an meinem Genick, es droht zu brechen, ich drohe zu explodieren, alles beginnt sich aufzulösen, Fragmente fliegen durch die Luft, ein Tornado aus Eindrücken, Gedanken, Eiszapfen. Licht! Licht! Ohne Licht bin ich nichts. Ich will mich einrollen wie ein Igel, aber da ist etwas, das immer und immer wieder in meinen ungeschützten Bauch sticht und mich daran hindert. Mein Bauch inzwischen blutig, meiner Kräfte geraubt, laufe ich wie ein Hamster in meinem Hamsterrad, immer weiter, ohne jemals wirklich anzukommen. Veränderung, Optimierungswahn und das Gefühl in 1000 Stücke zu zerfallen. Ob mich jemand zusammenklebt? Wer besäße schon diese Fähigkeit. Der. Prozess schreitet unaufhaltsam voran, mich selber heilend, dazu fehlt es mir an Vermögen und so rollt der Schneeball im sekundentakt sich potenzierend den steilen Berghang hinab, ich in ihm und er in mir. Tick Tack Tick Tack – schreit meine To-Do Liste mich an, Tick Tack Tick Tack sagt die Uhr, die meine Lebenszeit bemisst, Tick Tack Tick Tack brüllt mein expotenziell wachsender Selbstoptimierungsdrang. Ich liebe es mich zu zerstören. Zu quälen. Zu foltern. Ich hasse es. Und tu es doch. Aus einem inneren Zwang heraus den zu eliminieren ich nicht in der Lage bin. Die Worte strömen aus meinem Inneren wie Kugeln aus einer Pistole. Unaufhaltsam. Ein Abbild meiner Vergangenheit. Ein Abbild meiner Erfahrung. Ein Abbild meiner Selbst. Wobei, so möchte ich mich selbst verteidigen, die Hormonelle Situation und überhaupt die Einfärbung dieses einen Augenblicks, … Die Angst vor dem Urteil baut sich über mir auf wie ein großer schwarzer Dämon dessen alleiniges Ziel mein qualvolles, langwieriges Ableben zu sein scheint. Kein Konflikt, Kein Urteil, kein Fehler. Unsichtbar. Ein Geist. Frei von Meinung von Gefühlt von Position und Scheitern. Bloß keine Last für niemandem. Ich schaffe das alleine. Na klar. Bin ja auch stark. SCHWACHSINN, brüllt der Dämon seine Zähne fletschend. VERRECKE! Quietscht der Igel, das Leiden satt. STOP! HALT ENDlCH AN! Quängelt der Hamster und ich, ich stehe verloren in der Eiswüste und wüsste eigentlich nur gerne wohin mit mir. Vollendung. Danach sehnt sich alles in mir, leid bin ich das Puzzlespiel, dessen Regeln ich nicht beherrsche und dessen Motiv sich mir nicht offenbaren will. Vollendung in der Eiswüste. Schön wärs.
Jan.
13
2026