Wenn Themen bewegen und über emotionale Abgrenzung

Triggerpunkte

Eine Gesellschaft so unterschiedlich.

Sich zu positionieren macht verletzbar

und ist gleichzeitig die größte Charakterschule.

Die Welt ist nicht schwarz-weiß und man kann sie immer aus so unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.

Meinungsbildung sei heute schwerer denn je, da wir keine einheitlichen Fakten mehr haben durch die pluralistische Medienlandschaft.

Umso wichtiger sich in relevanten Themen ausreichend zu informieren, um eine Meinung du bilden und keiner Meinung hinterherzulaufen.

Wie soll die Welt sein, in der ich Leben will?

Welche Themen sind relevant?

Wie viele Fakten brauche ich um legitimerweise darüber eine Meinung haben zu dürfen?


Mein neues Themenfeld der herbstlichen Auseinandersetzung ist Feminismus.

Wobei Feminismus als Überbegriff eventuell schon zu stigmatisiert, zu emotionsbehaftet ist, daher benennen wir wohl lieber, die zu besprechenden Unterthemen, bis wir uns dem Begriff des Feminismus genügend angenähert haben, um ihn bereinigt von Vor-Emotionen benutzen zu können.


Ich merke wie solche Themen bei Männern, aber auch bei Frauen auf Triggerpunkte treffen.

Mental Load, Care Arbeit.

Wenn gewisse Bereiche nicht gleichberechtigt ausgeglichen sind, eine Person mehr Verantwortung trägt und dies in der Beziehungskonstellation „aushält“ und ein Leidensdruck beziehungsweise das Gefühl von Ungerechtigkeit im Unbewussten schlummert, dann tut es weh, solche Themen an die Oberfläche zu bringen.

Konflikte nicht im Untergrund mit sich selber auszutragen, sondern hochzuholen und ggf. mit seinem Partner zu bearbeiten ist nicht einfach.

Denn natürlich ist es für den Partner einfacher, wenn du diese Thermen mit dir selber ausmachst und dich arrangierst, anstatt, dass er ebenfalls Verantwortung für deine Position übernehmen und dann ein System ausgehandelt werden muss, in dem auf alle Bedürfnisse geachtet und von beiden Parteien gleichermaßen Kompromisse eingefordert werden.

Die Selbstverständlichkeit mit der wir Frauen emotionale Arbeit leisten, um ein System am Laufen zu halten, wird von vielen Männern weder gesehen, noch wertgeschätzt, noch übernommen / an ihr partizipiert.

In einer Beziehung zu stecken in der, der Partner diese Fähigkeiten nicht teilt, diese Arbeit wenig bis gar nicht übernimmt, ist anstrengend und führt zu einer Schieflage.

Mental Load.

Die Begrifflichkeit die mit dieser Problemstellung verknüpft ist.

Wenn wir hier über Männer und Frauen sprechen, sprechen wir selbstverständlich nicht über alle, sondern über ein Klischee, eine Konstellation, die sich oft diesen Geschlechterrollen zuschreiben lässt, aber natürlich nicht für alle geltend gemacht werden kann.

Es sind nicht alle Männer, aber es ist immer ein Mann. Dieses Lied beschreibt es doch recht gut. Dass Frauen ebenfalls toxische Charakterzüge in Beziehungen miteinbringen können und Schuld tragen, greift nicht in das systematische Problem unserer Gesellschaft ein, das wir in diesem Zuge besprechen wollen.

Denn es handelt sich um kein individuelles Problem, dass eine Frau hat, sondern um ein Kernproblem, dessen Wurzeln in den Strukturen unserer Gesellschaft aufzufinden sind.


Warum ist Feminismus ein Begriff, der auch mit Angst behaftet ist?

Warum wird Feminist*innen mit Hass begegnet?

Konkreter: Warum hassen so viele Männer Feministinnen, bzw. negieren ihre Problematik?

Was bedeutet es wenn ein Mann Feminist ist?

Es sind noch viele offene Fragen und ich freue mich schon sehr auf die Recherche und die Entwicklung, die ich mit dieser Thematik durchleben werde.


Um sich zu positionieren brauche ich Fakten.

Hintergrundwissen.

Eine fundierte Meinung.

Damit ich nicht einknicke, wenn ein Mann mir die Relevanz der Thematik absprechen will.

Ich will keinen Dogmatismus und eigentlich auch keine Radikalisierung.

Was ich aber will ist einen tiefgreifenden Diskurs, der in diese schweren Themen einsticht, Wunden an die Oberfläche bringt, sie aber auch atmosphärisch so begleitet, dass eine positive Entwicklung und Heilung mit einhergeht. Dies muss gut vorbereitet sein.

Und auf diesen Weg gehen wir jetzt.

„Always go with the choice that scares you the most, because that ist one that is going to help you grow.“

Der Satz der seit ich 17 Jahre alt bin an meinem Whiteboard in meinem Kinderzimmer steht.

Und dem ich vertraue. Zumindest manchmal.


Also rein in die Auseinandersetzung, die Reibung, den Konflikt, die Angst, die Wut, die Veränderung und Entwicklung, die dadurch ansteht.

Lets grow.