{"id":888,"date":"2025-06-07T11:18:55","date_gmt":"2025-06-07T11:18:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/?p=888"},"modified":"2025-06-07T11:18:55","modified_gmt":"2025-06-07T11:18:55","slug":"der-weg-des-ikarus-oder-die-verbindung-mit-dem-himmel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/?p=888","title":{"rendered":"Der Weg des IKARUS oder die Verbindung mit dem Himmel"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Worte t\u00f6ten&#8220; &#8211; hallt es in meinen Ohren. Immer und immer wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor mir liegt ein Zuckerw\u00fcrfel. Er liegt da und schaut mich an. So als w\u00fcrde er mich verf\u00fchren wollen, wobei er nicht ahnt, dass ich ihn unattraktiv des Todes finde und mich lieber \u00fcbergeben w\u00fcrde, als mir ihn einzuverleiben. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich w\u00fcrde gerne radikale Aussagen treffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum Beispiel: &#8222;Ich werde f\u00fcr die Kunst sterben und wenn es das Letzte ist, was ich tue.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Wof\u00fcr k\u00e4mpfe ich?<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist die Quintessenz \/ die Message hinter all meinen &#8222;k\u00fcnstlerischen&#8220; Bem\u00fchungen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Worte t\u00f6ten&#8220; &#8211; hab ich mir selbst meine Message verboten? <\/p>\n\n\n\n<p>Anti-Kapitalismus-Kampangen<\/p>\n\n\n\n<p>Frauenrechte!<\/p>\n\n\n\n<p>Feminismus!<\/p>\n\n\n\n<p>Lebendigkeit und Exstase!<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6rperlichkeit und Mitgef\u00fchl!<\/p>\n\n\n\n<p>Verbundenheit mit der Natur. <\/p>\n\n\n\n<p>Menschlichkeit<\/p>\n\n\n\n<p>Philosophie<\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Gedanken<\/p>\n\n\n\n<p>Tiefe Verbundenheit<\/p>\n\n\n\n<p>Sex<\/p>\n\n\n\n<p>und Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Nebel sich lichtet, wei\u00df ich wof\u00fcr ich stehe.<\/p>\n\n\n\n<p>All meine Meinungen in Worte zu gie\u00dfen macht sie aber so klein. <\/p>\n\n\n\n<p>Und so dumm.<\/p>\n\n\n\n<p>So angreifbar.<\/p>\n\n\n\n<p>So unzul\u00e4nglich.<\/p>\n\n\n\n<p>Das schafft Theater. Dinge zu vermitteln, mit WORT; BILD; KOST\u00dcM; KULISSE; HANDLUNG; INSZENIERUNG; GESCHICHTE &#8211; ohne den Versuch zu erheben eine wissenschaftlich fundierte Meinung zu sein. Ein Gef\u00fchl darzustellen, wo jede*r Interpretationsraum hat, jede*r sich reinentwickeln und mit Gewinn wieder rausentwickeln kann, ohne ein &#8222;IndieFresse-SoistES-Statement&#8220; zu sein. Theater schafft Raum &#8211; Theater schenkt Zeit. Theater vermittelt Perspektive. Und Meinung ohne den Anschein der Meinung offenzulegen. Theater macht Spa\u00df. Theater schenkt Erf\u00fcllung.<\/p>\n\n\n\n<p>Verliebt ins Theater, kann ich nicht weg und was anderes machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Es h\u00e4lt mich gefangen. Es ist eine HassLiebe!<\/p>\n\n\n\n<p>An mein \u00e4lteres Ich: Ich bin sehr gespannt, wie lange ich um das Theater buhlen werde. Was werde ich daf\u00fcr aufgeben? Was werde ich gewinnen? Wie lange bleibe ich dieser Liebe treu? Empfindet mein \u00e4lteres ICH Stolz, dass ich durchgehalten habe f\u00fcr diese Liebe zu k\u00e4mpfen oder bereut mein \u00e4lteres ICH die Zeit und verpassten alternativen Chancen? Bereut mein \u00e4lteres ICH vielleicht aber auch nicht mehr investiert zu haben, zu fr\u00fch aufgegeben zu haben? <\/p>\n\n\n\n<p>Fragen \u00fcber Fragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber es jetzt nicht zu versuchen w\u00fcrde gegen meine Natur gehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe es mir in den Kopf gesetzt und jetzt mache ich es auch.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich kann nun mal nur einen Weg gehen. Meinen. Und mitnehmen ins Nachleben werde ich eh gar nichts. Leidenschaft bedeutet trotz Risiken alles auf die Karte zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Liebe hat Widerhaken. Starke Widerhaken die sich tief in dein Fleisch gedr\u00fcckt haben. Sie einfach so herauszuziehen erfordert eine unglaubliche Entscheidungskraft und Verletzung ist unweigerlich mitinbegriffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Widerhaken der Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>Du k\u00f6nntest dich einfach von Liebe freisprechen. Denn Liebe ist nichts materialistisches. ABER, das erfordert schon fast soziopathische K\u00fchnheit und ich bin mir nicht sicher, ob du dich dann nicht doch von etwas Existenziellem was in dir lebt spaltest. <\/p>\n\n\n\n<p>Stell dir vor du bist verheiratet, hast eventuell sogar schon erwachsene Kinder und lebst mit deinem Mann zusammen in einer Wohnung oder in einem Haus. Euer soziales Umfeld ist das gleiche, seit Jahren ist er die Person mit der du am meisten Zeit verbringst. <\/p>\n\n\n\n<p>Du h\u00e4ttest die Wahl dein Geld zu nehmen, in eine andere Stadt zu ziehen, alles abzubrechen und wo anders ganz neu anzufangen. Dich und dein soziales Umfeld neu zu erschaffen. Nat\u00fcrlich w\u00e4re das ein Prozess &#8211; aber mit dem Versprechen von Ver\u00e4nderung, neuen Erfahrungen und Erkenntnissen. Das k\u00f6nntest du tun. Recht einfach, aber was hindert dich? Du bist Erwachsen, hast dir Dinge aufgebaut und bist ein Mensch geworden gebettet in dein Leben, f\u00fcr das du dich entschieden hast. Ob bewusst oder unbewusst, du bist gebettet und umzubetten ist nicht einfach! <\/p>\n\n\n\n<p>Ich werde mich umbetten, immer und immer wieder werde ich meine Betten wechseln.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Frage ist wie radikal.<\/p>\n\n\n\n<p>H\u00f6re ich mich an wie eine Wahnsinnige? Wie eine, die bestimmten Gedanken zu viel Raum gibt, statt realistisch ihren Kontostand anzuschauen, ihre Dinge, die ihre Wohnung schm\u00fccken und sich daran zu erfreuen?<\/p>\n\n\n\n<p>Frei vom Urteil der anderen will ich meinen Weg gehen. <\/p>\n\n\n\n<p>In dem es um andere Dinge geht als Kontozahlen und Besitzt\u00fcmer.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will in einer Welt leben in der es um Werte geht. Um zwischenmenschliche F\u00e4higkeiten. Um gro\u00dfe Gedanken. Um Geschichten und Pers\u00f6nlichkeiten. Um Ver\u00e4nderung und Sch\u00f6pfung. Um Beziehung und Liebe. Um Abenteuer, innere Freiheit und innere St\u00e4rke. Ich will strahlen von innen heraus. Und Orte schaffen, die das strahlen von anderen erweckt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Vision ist hiermit formuliert:<\/p>\n\n\n\n<p>Ich mach mir die Welt, wie sie mir gef\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p>Astrid Lindgren, denke ich, Pippis Mut sollte immer mehr Leute anstecken.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich will niemandem zur Last fallen. Nicht abh\u00e4ngig werden von der Hilfe anderer. mahnt mich eine innere Stimme.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ich will leben! Und nicht blo\u00df meine Existenz absichern.<\/p>\n\n\n\n<p>Berlin, denke ich, wo bringst du mich hin. Wo spuckst du mich aus?<\/p>\n\n\n\n<p>Was kann ich erreichen?<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne liegt der Zuckerw\u00fcrfel immer noch da.<\/p>\n\n\n\n<p>Unangetastet.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich hoffe, das macht er noch eine Weile. <\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht muss man mich ab und zu einfangen und auf den Boden ziehen, daf\u00fcr habe ich meinen Mann &#8211; sagen sie. <\/p>\n\n\n\n<p>Fliegend das Leben zu begreifen ist aber so viel sch\u00f6ner.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn doch alle &#8222;abgehoben&#8220; w\u00e4ren &#8211; sage ich zwinkernd und umschlie\u00dfe damit Kritik und Traum in einem. <\/p>\n\n\n\n<p>Bis die Fl\u00fcgel schmelzen und ich falle.<\/p>\n\n\n\n<p>Oder den Himmel ber\u00fchren kann. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Worte t\u00f6ten&#8220; &#8211; hallt es in meinen Ohren. Immer und immer wieder. Vor mir liegt ein Zuckerw\u00fcrfel. Er liegt da und schaut mich an. 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