{"id":532,"date":"2024-02-07T08:35:01","date_gmt":"2024-02-07T08:35:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/?p=532"},"modified":"2024-02-10T05:44:47","modified_gmt":"2024-02-10T05:44:47","slug":"1st-step-bangkok","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/?p=532","title":{"rendered":"1st stop: Bangkok"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einen Reiseblog schreiben. Wie f\u00e4ngt man so etwas an? <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun am Besten von vorne:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist 5:45 Uhr. Der Wecker klingelt. Aurelian, mein Freund, und ich liegen in einem fremden WG-Zimmer in Darmstadt. Neben dem Bett eine Schachtel Kondome, Gleitgel, und benutzte Taschent\u00fccher, mit denen sicherlich nicht die Nase geputzt wurde. Alles von einem Typen, von dem wir nicht einmal mehr wissen, wie er aussieht. Einzige Information: Ein Architektstudent. Wie es dazu kam ist leider nicht so spektakul\u00e4r, wie man es vom Anfang einer spannenden Geschichte vielleicht erwartet. Reli, (Aurelians Spitzname), und ich w\u00fcrden heute nach Asien fliegen! Der Start unserer langersehnten Weltreise. Der Flieger startet um 10:45 in Frankfurt, daher haben wir am Vortag noch Relis Schwester in Darmstadt besucht. Und da in ihrem Zimmer kein Platz war, wurden wir kurzerhand in die WG schr\u00e4g unter ihrer WG in das Zimmer eines Verreisten einquartiert. Brrrrrrrrrr&#8230; schon wieder der Wecker. Nach einer viel zu kurzen Nacht sch\u00e4len wir uns aus dem Bett, machen den letzten Rucksackcheck, stolpern in die Wohnung von Relis Schwester, verabschieden uns und zack sitzen wir auch schon im Bus Richtung Flughafen. Ein Doppeldeckerbus mit welchem wir uns im goldenem Sonnenaufgang dem Flughafen n\u00e4hern. Ich bin erst einmal zuvor mit einem Flugzeug geflogen. Das war in der 10. Klasse, beim Sch\u00fcleraustausch nach Florida. Umso gespannter bin ich auf den kommenden Flug! Es ist etwas besonderes. Aufregend irgendwie! Ganz anders f\u00fcr meine alte Schulfreundin, die mich gestern Abend noch kurz in Darmstadt besucht hatte, weil sie soeben aus ihrem einw\u00f6chigen Marokkourlaub zur\u00fcckgeflogen war. Allein letztes Jahr ist sie 26 Mal geflogen. Sie liebt reisen. Und fliegen eh! Klar, bei einem Vater, der Pilot ist, hat man vielleicht noch einen anderen Bezug zum Fliegen. Vor allem wenn man einige Fl\u00fcge umsonst fliegen kann und nicht wie wir massenhaft Geld zahlen muss. Wobei &#8211; im Vergleich zur Deutschen Bahn Fliegen, auf den Kilometer umgerechnet, wohl doch spottbillig ist. Anyway &#8211; mein kritisch linksgepr\u00e4gtes Hirn &#8211; steht dem Fliegen klimabedingt eh kritisch gegen\u00fcber. Aber einmal Fliegen f\u00fcr eine so lange Reise kann ich dann doch irgendwie mit meinem Gewissen vereinen! Aber es wird vermutlich nicht der letzte Flieger sein, oder?&#8230; Zweifel \u00fcberkommen mich, ob ich mich f\u00fcr die richtige Reiseart entschieden habe. Ich muss an meinen ehemaligen Arbeitskollegen denken, der Emissionsfrei mit einem Ruderboot von Spanien nach USA gerudert ist! Das muss man sich mal vorstellen. Oder an den Typen aus dem Buch &#8222;Mit 50 Euro um die Welt&#8220;. Au\u00dferdem erwarte ich glaube ich, auch ein \u00e4hnliches Lebensgef\u00fchl, wie ich es aus den Pfadfinderstorys von meinem Vater her kenne. Backpacking vom Feinsten. Mit Abenteuer, Extremsituationen, Lebenskunst. Daf\u00fcr haben wir uns irgendwie viel Sicherheit f\u00fcr den Reisestart zugelegt. Einen Flug nach Bangkok, die erste Unterkunft ein g\u00fcnstiges, aber luxuri\u00f6ses Hotel, das f\u00fcr viel Bequemlichkeit sorgt und ein angenehmes Startkapital an Geld, bei dem wir zumindest am Anfang nicht jeden Euro zweimal umdrehen m\u00fcssen. Achja und super viel Filmequiment, was den Umgang mit unserem Gep\u00e4ck und zu meinem Bedauern auch das Gewicht ma\u00dfgeblich ver\u00e4ndert. Immerhin haben wir coole, gro\u00dfe Backpackerrucks\u00e4cke und einen guten Plan. Nach der Eingew\u00f6hnungszeit in Thailand, wollen wir uns Motorr\u00e4der in Vietnam kaufen und mehr ins Outback fahren. Das ganze Filmequipment bietet die gro\u00dfe Chance kreativ zu arbeiten &#8211; was ich eh sehr liebe &#8211; und falls wir mehr in den Survival-Modus wechseln wollen, k\u00f6nnen wir das Sach immer noch heimschicken. Das sag ich mir jedenfalls. Ganz nach dem Motto: Change your thoughts and you change your life. Es ist doch alles m\u00f6glich. Ich kann meine Reise jederzeit umdefinierten, weil eh nichts fest geplant ist. Was f\u00fcr eine Freiheit! Mit all diesen Gedanken habe ich gar nicht bemerkt, wie wir ins Flughafengel\u00e4nde eingefahren sind. Aber jetzt bin ich hellwach. Meine Nase ans Fenster gedr\u00fcckt sauge ich alle Details in mich auf. Einen Zustand den ich noch \u00f6fter haben werde. Als wir Terminal 2 erreichen h\u00e4lt der Bus und wir steigen aus. Wie automatisch verl\u00e4uft ab jetzt der Check-in ab. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery has-nested-images columns-default is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img decoding=\"async\" data-id=\"555\" src=\"https:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/IMG_0434.heic\" alt=\"\" class=\"wp-image-555\"\/><\/figure>\n<\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alles ist ausgeschildert und verst\u00e4ndlich sortiert. Gep\u00e4ck und Passkontrolle. Sicherheitskontrolle. Kurz einen Kaffee schl\u00fcrfen und den Duty-free shop begutachten und schon wieder eine Sicherheitskontrolle. Diesmal bereits beim passenden Gate. Mit welchem Flugzeug wir wohl fliegen werden? Endlich ist Boardingzeit und so belegen wir am 28.01. die Pl\u00e4tze 28 A und B von unserem Flugzeug, das wir am 28.10. des Vorjahres gebucht hatten! JA, kann sein, dass 28 meine Lieblingszahl ist. Aurelian und ich haben beide am 28. Tag eines Monats Geburtstag und nimmt es mir nicht \u00fcbel, aber manchmal stehe ich auf so \u00e4sthetische, symbolische Sachen! Um uns herum sitzen lauter Jugendliche in unserem Alter, die, wie wir sp\u00e4ter erfahren, ebenfalls nach Bangkok reisen. Au\u00dferdem ein Mitte 50-P\u00e4rchen im Partnerlook &#8211; gelbes T-Shirt und beigene Hose und eine weitere Gruppe Erwachsener, die sich ziemlich betrinken und wie Reli sagt, in Bangkok sicherlich im Rotlichtmillieu landen werden. W\u00e4hrend meiner Beobachtungen sind wir bereits losgerollt und schon durch einen Landebahn-Kreisverkehr durchgefahren. Ich greife nach Relis Hand. Dann dr\u00fcckt uns die Beschleunigung in die Sitze und schneller als wir es \u00fcberhaupt realisieren sind wir auch schon abgehoben und steigen mit rasanter Geschwindigkeit immer h\u00f6her in die L\u00fcfte! Deutsche St\u00e4dte und D\u00f6rfer von oben. Dann Tschechische &#8211; bis uns eine dicke Wolkenschicht die Sicht nimmt und wir uns &#8222;Harry Potter &#8211; Stein der Weisen&#8220; widmen.  &#8222;Bitte schnallen Sie sich an, wir landen in K\u00fcrze!&#8220; &#8211; die undeutliche Stimme einer Stuardess reist mich aus meinen Tr\u00e4umen. So ein Mist, da war ich doch tats\u00e4chlich eingeschlafen. Noch kann ich ein paar Landschaften im arabischen Gebiet begutachten, doch dann landen wir in Bahrain, einer arabischen Insel. <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/IMG_0489.heic\" alt=\"\" class=\"wp-image-557\" style=\"width:355px;height:auto\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Raus aus dem Flugzeug, 3 Stunden Aufenthalt in einer wundersch\u00f6nen Flugzeughalle. Die m\u00fcssen Geld haben. Die Decke ein architektonisches Meisterwerk, \u00fcberall Kunst an der Wand. Sch\u00f6n! Ich bin begeistert von den Menschen die mir hier begegnen. So viele Araber*innen, gr\u00f6\u00dftenteils mit Turban oder Kopftuch und langen Gew\u00e4ndern und alle so freundlich. W\u00e4hrend die europ\u00e4ischen Reisenden kaum zu einem L\u00e4cheln zu \u00fcberzeugen sind strahlen mich die meisten Araber*innen an, gr\u00fc\u00dfen, entschuldigen oder bedanken sich. Zeigen mir ungefragt den Weg und es ist unglaublich wie einfach ihnen ein ehrliches L\u00e4cheln f\u00e4llt. Ich f\u00fchle mich sau wohl und sage Reli, dass ich hierbleiben und gar nicht wo anders hin will. Leider wird unser Flieger aber nicht abgesagt und so sitzen wir zack auch schon im zweiten Flugzeug. Diesmal doppelt so gro\u00df und bis auf die vorher erw\u00e4hnte deutsche Truppe prim\u00e4r mit Thai&#8217;s gef\u00fcllt. Ich beobachte ihre spannenden Gesichter, einer erinnert mich vom Gesichtszug mega an meinen alten Schauspieldirektor &#8211; und nat\u00fcrlich gr\u00fc\u00dft auch er freundlich mit einem Herzensstrahlen. Ein anderer hat super riesige abstehende Ohren, was ihm ein wirklich interessantes, unvergessliches Charaktergesicht beschert. Eine Truppe Thai-Nonnen?, jedenfalls sind sie alle exakt identisch gekleidet, betreten ebenfalls das Flugzeug. Und alle Thais haben tats\u00e4chlich exakt den gleichen kleinen Koffer als Handgep\u00e4ck, jeweils mit einer Thail\u00e4ndischen Flagge versehen &#8211; einzige Differenzierung: es gibt blaue und gr\u00fcne Variationen und unterschiedliche Anh\u00e4nger. Ich bin komplett im Beobachtermodus! Die Thai-Frau die sich neben mich setzt, ist eine der einzigen, die mich nicht gr\u00fc\u00dft, sie schaut verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig griesgr\u00e4mig, schmei\u00dft sich eine Schlaftablette ein und ist nach paar Minuten auch schon weggepennt, bevor der Flieger \u00fcberhaupt startet. Auch gut. Der Flug verl\u00e4uft nachdem Reli und ich die Pl\u00e4tze aus Gem\u00fctlichkeitsgr\u00fcnden getauscht haben relativ unspektakul\u00e4r. Es ist Nacht, man sieht h\u00f6chstens vereinzelte Lichter aus dem Fenster, wir k\u00f6nnten genauso gut gerade in einem Zug sitzen. Reli hat es sich auf meinem Scho\u00df zum Schlafen bequem gemacht, w\u00e4hrend ich mit meinem Kuschelkissen ans Fenster gelehnt, zum ununterbrochenen Hustenanfall der Thais, einnicke. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;We arrived in Bangkok&#8220; &#8211; kein Applaus. Fr\u00fcher wurde noch f\u00fcr den Piloten geklatscht, aber heutzutage scheint es so selbstverst\u00e4ndlich zu sein, dass man es nicht mehr als notwendige Anerkennung empfindet, f\u00fcr den Piloten zu klatschen. Schade eigentlich. Also nicke ich dem Piloten zu, sage &#8222;Danke&#8220; &#8211; merke, dass er vermutlich kein Deutsch sprechen kann, werfe ein \u00fcberst\u00fcrztes &#8222;Thank you&#8220; hinterher &#8211; was Danke auf Thail\u00e4ndisch hei\u00dft, habe ich bis dato noch nicht gelernt &#8211; und realisiere dass ich jetzt im Ausland bin. Der Flughafen in Bangkok ist l\u00e4ngst nicht so nobel wie in Bahrain. Die Fliesen sind alt, die R\u00e4umlichkeiten kleiner, aber wie in Bahrain auch verfolgen wir unsere auserkorene &#8222;Gruppe&#8220;, sprich die Deutschen, die wir als Weginspiration auserkoren haben, um uns zurechtzufinden. Panik tritt kurzzeitig auf als wir ohne eVisum an der Passkontrolle stehen, aber ganz automatisch erhalten wir eine 30t\u00e4gige Aufenthaltsgenehmigung f\u00fcr Thailand! Wir sind da! Krass! Erstmal ausziehen! Hitze schl\u00e4gt uns entgegen, allerdings, trotz 34 Grad, nicht so erdr\u00fcckend, wie erwartet. Wir kaufen Reli eine SIM-Karte f\u00fcr 499 Baht, laden uns mit dem so gewonnenen Internet die App &#8222;Crap&#8220; herunter und bestellen uns damit ein Taxi, um zum eine Stunde entfernten Hotel zu gelangen. Crap ist eine App, \u00e4hnlich wie &#8222;Uber&#8220; in Berlin, mit der man Taxis sehr viel g\u00fcnstiger, aber auch Essen und Lebensmittel zu sich bestellen kann! Der Taxifahrer ist super nett, das Auto klimatisiert und so saugen wir gem\u00fctlich unsere erste Eindr\u00fccke von Bangkok, und damit von Asien, in uns auf! Da wir erst um 14 Uhr einchecken k\u00f6nnen, schlafe ich kurzerhand v\u00f6llig \u00fcberm\u00fcdet und gejetlackt &#8211; schlie\u00dflich ist es nach Deutscher Zeit gerade noch 5 Uhr Nachts und nicht 11 Uhr morgens wie hier &#8211; in der Lobby auf dem Sofa ein! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unser Zimmer ist schlicht, aber mega komfortabel! Ein riesiges Doppelbett mit meinem Highlight: eine einzige Riesen Decke, bestimmt 2,5 Meter breit, perfekt um zu zweit sich nicht jederzeit die Decke zu klauen (Empfehlung f\u00fcr alle Paare, die damit Probleme haben!)! Ein Flachbildfernseher h\u00e4ngt \u00fcber dem Bett, au\u00dferdem haben wir unser eigenes Badezimmer: Klo und Regendusche! Wie in fast allen Thail\u00e4ndischen Toiletten befindet sich eine Art Wasserschlauch neben der Klosch\u00fcssel, um sich ggf. den Hintern abzuputzen. Zu meiner Erleichterung gibt es in jeder Toilette, die wir in Bangkok besuchen werden, auch Klopapier. Dieses darf man zwar nicht in die Klosch\u00fcssel werfen, sondern in den daf\u00fcr vorgesehenen M\u00fclleimer daneben, aber es erleichtert meine Toilettensorgen erheblich. Zwar werde ich noch etwas Zeit brauchen, den Automatismus des Klogangs umzuschreiben und nicht automatisch das Klopapier in die Klosch\u00fcssel zu pfeffern, aber darum geht es ja auch! Gewohnheiten brechen und Kulurunterschiede kennenlernen! Auch im Kleinen! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir werfen uns ins Bett, starten einen Film auf Netflix; aber nichtmal 10 Minuten sp\u00e4ter sind wir schon weggepennt! Ganze 19 Stunden verbringen wir im Bett, bestellen einmal PadThai \u00fcber Crab &#8211; mega lecker! &#8211; schauen den Film tats\u00e4chlich zuende und schlafen uns aus. Das war super notwendig, auch nach der relativ stressigen Vorbereitungs- und Verabschiedungszeit im Januar! Da hatte sich der Schlafmangel und der emotionale Stress durchaus angestaut. Umso besser, dass wir unseren Reisestart gechillt angehen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich rolle mich aus dem Bett, ziehe mich an und gemeinsam fahren wir mit dem Aufzug aus dem 8. Stock runter in den Ersten zum Fr\u00fchst\u00fcckssalon. Eine sehr direkte, fordernde Asiatin begr\u00fc\u00dft uns mit den Worten: &#8222;Room-Number, please&#8220; im typischen Thai-Englisch-Akzent. Da wir kein Fr\u00fchst\u00fcck vorreserviert hatten, f\u00fclle ich den Rechnungsbeleg aus, den sie mir hinh\u00e4lt. erst danach erw\u00e4hnt sie: &#8222;Breakfast is only until 11, you have 15 minutes left!&#8220; &#8211; Na toll, es war also Turbo-Essen angesagt! Schnell verschaffen wir uns einen \u00dcberblick \u00fcber das Buffett. In der Ecke links gab es ein Podest mit &#8222;normalem&#8220; westlichen Fr\u00fchst\u00fcck: Brot, Marmelade, M\u00fcsli, Croissants, das Beste: French Toast. Der gr\u00f6\u00dfere Teil allerdings war eine Essensinsel voller warmen asiatischen Speisen, die ich eher zum Mittagessen zuordnen w\u00fcrde. Viel Fleisch, viel Gem\u00fcse und vor allem viel Knoblauch! Eine Salattheke war ebenfalls Bestandteil des Fr\u00fchst\u00fccksangebots, dazu eine kleine Obstecke! Ich hatte mich im Vornherein immer gefragt, was die Asiaten wohl fr\u00fchst\u00fccken, jetzt hatte ich die Antwort: Reissuppe, Reisspeisen und allerhand mehr! Wir schlagen uns die Teller voll, lassen einen Kaffee aus dem Vollautmoaten raus und setzen uns an einen Tisch. Ungewohnt, aber lecker ist das meiste allemal! Nur die fettige H\u00fchnersuppe lie\u00dfen wir unanger\u00fchrt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun waren wir also in einer fremden, riesigen asiatischen Stadt. Doch was dort anfangen? Ich beschlie\u00dfe, dass wir erst einmal shoppen gehen w\u00fcrden. Denn ich habe keine guten Schuhe dabei &#8211; meine eigentlich f\u00fcr die Reise Vorgesehenen hatte ich in Berlin verloren und erst kurz vor Abreise gemerkt, dass sie fehlen. Wir packen unsere Bauchtaschen und stiefeln zu Fu\u00df los. Laut Maps 30 Minuten Fu\u00dfweg. In der stechenden Hitze. Nach 5 Minuten biegen wir in eine kleine Gasse ein. Schmal, links und rechts heruntergekommene, winzige Blech-\/ und Holzh\u00fctten. Es stinkt. Vereinzelt sitzen Thais vor ihren H\u00e4usern und haben kleine Essensw\u00e4gen stehen &#8211; haupts\u00e4chlich rohes oder gebratenes Fleisch &#8211; aber von wirklichem Wille uns etwas anzudrehen ist nichts zu sp\u00fcren. Das erste was uns stechend ins Auge f\u00e4llt ist eine kleine Katze, die mitten auf der Stra\u00dfe sitzt. Sie ist komplett abgemagert und hat am ganzen K\u00f6rper verteilt offene Wunden, sodass man das Fleisch sehen kann. Ich kann meinen Blick nicht von ihr l\u00f6sen. Sie ist f\u00fcr mich das Symbol, dass hier etwas anders l\u00e4uft. Sehr anders. Wir laufen weiter, obwohl ich trotz Respekt ihres Leidens gegen\u00fcber, super gerne ein Foto von ihr gemacht h\u00e4tte. Weil sie etwas erz\u00e4hlt. Weil sie so pur war. Direkt danach schweift mein Blick zu einer Frau, die vor einem Essenswagen sitzt. Sie ist derma\u00dfen abgemagert, dass man ihre kompletten Armknochen quasi einzelnd anschauen kann. G\u00e4nsehaut. Am Ende der Gasse, schaue ich das erste Mal auf Maps nach, wo wir hinm\u00fcssen. Verdammt, komplett falsche Richtung. Hier h\u00e4tten wir nie landen sollen. Und dennoch bin ich dankbar f\u00fcr die Eindr\u00fccke, die wir hier erhalten haben. Auf schnellstem und sichersten Weg machen wir uns nun auf in Richtung Shopping-Area. Luxusmall, neben Luxusmall. Gucci, Prada, Swarovski, Chanel und co. Ein Ort, wo unsere Thais von vorher sicherlich nie ein Schritt reinmachen werden. Endlich finden wir neben all den unbezahlbaren L\u00e4den, einen Schuhladen. Ich kaufe mir gr\u00fcne Vans und habe &#8211; im Vergleich zu den aktuellen Deutschen Preisen, 30\u20ac weniger gezahlt. Als n\u00e4chstes betreten wir eine ThaiMall. Hier stehen dicht an dicht die einzelnen Klamottenl\u00e4den, die schon fast eher Marktstand-Charakter haben, alles quasi wild durcheinander, Kleider meist in nur einer Gr\u00f6\u00dfe und die Verk\u00e4ufer*innen voll im Modus, uns vom Kauf zu \u00fcberzeugen. Die G\u00e4nge sind so eng und verschachtelt, dass wir uns heillos verlaufen. 5 Stockwerke Chaos. Und doch paar echt sch\u00f6ne Klamotten dabei. Wir kaufen allerdings nichts. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Bus geht es weiter zur Khaosan Road &#8211; eine der bekanntesten Backpacker-\/Partygegenden. Reli verbessert mich nicht nur einmal in der Aussprache des Namens. Den &#8222;Khao&#8220;-Teil des Namens spricht man wie das englische Wort &#8222;cow&#8220; aus &#8211; und nicht wie ich &#8222;Ko&#8220;. Busfahren ist gar nicht so kompliziert. Man kann sich zwar auf keinerlei Abfahrtszeiten verlassen, die auf Maps stehen, die Thais schreiben schon gar keine Zeiten an ihre Haltestellen, das Ticketkaufen ist dagegen super unkompliziert. Du steigst einfach ein, setzt dich hin und eine Ticketverk\u00e4uferin mit Adleraugen, die jeden sieht, der neu eingestiegen ist, kommt zu dir und kassiert dich ab. Zwischen 8 und 30 Baht kostet eine Fahrt, sprich wenige Cents. Die Khaosan Road ist \u00fcbers\u00e4ht mit Klamottenst\u00e4nden, Essensst\u00e4nden und Bars. Als wir an einem sch\u00f6nen blauen Kleid anhalten, kommt sofort eine junge Verk\u00e4uferin und fragt uns, ob wir das Kleid haben wollen. &#8222;How much is it?&#8220; -&#8222;550 Baht&#8220;. Ich will schon weiterlaufen, da h\u00e4lt sie mich auf und fragt: &#8222;How much do you want to pay?&#8220; \u00dcberrumpelt von der Frage, die schon voraussetzt, dass ich das Kleid \u00fcberhaupt kaufen will, stammle ich: &#8222;\u00c4h, don&#8217;t know, maybe 350?&#8220; War das jetzt immer noch zu viel? Oder war das unh\u00f6flich? Die Verk\u00e4uferin verwirrt mich, indem sie mir ein alternatives Kleid hinh\u00e4lt. Als ich verneine und gehen will sagt sie: &#8222;Okay, 450 for the blue one.&#8220; Nun v\u00f6llig \u00fcberfordert mit der Geschwindigkeit mit der dies alles passiert willige ich ein, und habe mein erste Sache erstanden. Handeln und Herr meiner Entscheidungen bleiben sollte ich allerdings noch einmal lernen!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag ist Tempel-Tag angesagt. Wir fahren zu einem der zwei wohl bekanntesten buddhistischen Tempel in Bangkok: Wat Pho. Zu unserer \u00dcberraschung und unserem Gl\u00fcck ist er heute relativ wenig besucht, so ist das ganze bei der Affenhitze wenigsten halbwegs ertr\u00e4glich. Die Tempelanlage ist rie\u00dfig und durchaus beeindruckend, wenn auch nicht ganz mein \u00e4sthetischer Geschmack. Gedeckte Farben wie rot und gr\u00fcn dominieren, kombiniert mit sehr viel Gold und vielen Verzierungen. \u00dcberall stehen riesige Turmpyramieden als Gedenkst\u00e4dten f\u00fcr irgendwelche hierarchisch wichtigen Menschen &#8211; es ist leider zu hei\u00df um alle Infotafeln zu lesen, auch wenn es mich sehr interessiert h\u00e4tte. Es gibt eine Art Museum, die ein wenig der buddhistischen Philosophie erl\u00e4utert, insbesondere der Energiestr\u00f6me im menschlichen K\u00f6rper. Das touristische Highlight bildet der riesige liegende Buddha aus Gold, mein pers\u00f6nliches Highlight allerdings ereignet sich kurz vor Verlassen des Tempels. Wir h\u00f6ren von au\u00dfen eine Art Gebetsgesang und als wir die Tempelhalle erreichen, wo wir den Gesang lokalisiert haben, bin ich fasziniert: Links neben uns auf einem Podest sitzen zirka 20 Buddhistische M\u00f6nche, alle in der traditionell orangenen Tracht, knien und singen! Eine unglaubliche Atmosph\u00e4re! Energetisch, meditativ, empfangend. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als wir die Tempelanlage verlassen, sehen wir an einer der Bushaltestellen einen dieser M\u00f6nche. Er sitzt am Handy und wird kurze Zeit sp\u00e4ter von einem der bekannten Rollertaxifahrer abgeholt. Lustig. Wir hingegen machen uns auf den Weg zum Fluss, welcher einmal quer durch Bangkok flie\u00dft und sehen von dort, auf der gegen\u00fcberliegenden Flussseite den zweiten bekannten Tempel: Wat Arun, der schon ein wenig mehr meinem Geschmack entspricht. Wei\u00df, Pastell, so in der Art! Wir essen etwas in einem Rooftop Restaurant, mit Ausblick auf beide Tempel und lassen damit unseren letzten Abend in Bangkok in Ruhe ausklingen. Nach dem Essen beschlie\u00dfe ich, auch einmal mit so einem ber\u00fchmten TukTuk gefahren zu sein wollen und da es wirklich an jeder Stra\u00dfenecke mindestens zwei TukTuks gibt, sitzen wir keine 2 Minuten sp\u00e4ter in einem. Ich habe es \u00fcbrigens geschafft, den Fahrer wenigstens um 100 Baht runterzuhandeln, was den Fahrpreis betrifft. Vermutlich f\u00fcr ihn trotzdem ein gutes Tourigesch\u00e4ft, aber da jedes deutsch Taxi deutlich teurer gewesen w\u00e4re &#8211; selbst Uber &#8211; denke ich, warum penetrant geizig sein, er hat sicherlich eine Familie zu ern\u00e4hren. Es ist am Anfang schwer ein Gef\u00fchl f\u00fcr eine komplett andere W\u00e4hrung, dessen Wert und den kulturellen Umgang damit zu bekommen. Wie viel Trinkgeld ist h\u00f6flich? Was ist zuviel? Wie viel ist zwangsl\u00e4ufig notwendig? Welchen Wert hat ein Gegenstand wirklich? Momentan liegt der Wechselkurs ca. so: 1000 Baht entsprechen ca. 28\u20ac. 100 Baht sind also in etwa 2,80\u20ac. Wechselkurs schwankend, plus haben wir Deutschen beim Abheben eine Wechselkursgeb\u00fchr oder so etwas in der Art. Die Fahrt jedenfalls ist super sch\u00f6n, die frische Abendluft bl\u00e4st uns ins Gesicht, der TukTuk-Fahrer f\u00e4hrt rasant und \u00fcberholt, wenn er kann und quatscht an Ampeln mit seinen Kollegen, die neben ihm halten. Geordneter Stra\u00dfenverkehr wie in Deutschland kannst du hier vergessen. \u00dcberall schl\u00e4ngeln sich Motorroller vorbei, von denen es eh unz\u00e4hlige gibt. Au\u00dferdem herrscht Linksverkehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abreisetag: W\u00e4hrend unseres Hotelaufenthalts haben wir uns f\u00fcr eine weiterf\u00fchrende Route entschieden. Mit dem Nachtbus bis nach Don Sak und von dort mit der F\u00e4hre nach Koh Samui,  einer Insel im Osten Thailands. Laut Infomail der Busgesellsschaft sollen wir mindestens eine Stunde vor Abfahrt beim Abfahrtsort eintreffen. Wir machen uns also auf den Weg und kommen 80 Minuten vor Abfahrt dort an. Da wir allerdings noch nichts gegessen hatten, beschlie\u00dfe ich nochmal kurz loszuziehen und uns etwas zu holen, w\u00e4hrend Reli bei den Rucks\u00e4cken bleibt. Ich laufe vorbei an zig Essensst\u00e4nden, es herrscht eine richtig gesch\u00e4ftige, sommerliche, positive Stimmung und ich f\u00fchle mich richtig gut hier so alleine durch die Stra\u00dfe zu streifen. Pl\u00f6tzlich sehe ich einen ganzen aufgestochenen Alligator und bin sprachlos. Er ist geh\u00e4utet und wird gebraten und verkauft. Einfach so. Interessant. Bei einem kleinen Laden halte ich an und bestelle f\u00fcr Reli und mich jeweils eine vegetarische PadThai. Das ist das Gute hier. Du kannst \u00fcberall massig Fleisch essen, aber es gibt alle Gerichte auch eigentlich in einer vegetarischen Variante. Pl\u00f6tzlich klingelt mein Handy: Reli ruft an und erl\u00e4utert mir, dass der Bus losfahren will. EINE STUNDE VOR OFFIZIELLER ABFAHRT. Okay, denk ich mir, aber das Essen ist ja schon bestellt. Ich sage Reli, dass er daf\u00fcr sorgen soll, dass die auf mich warten und laufe zu der jungen Thai-Frau, um ihr mitzuteilen, dass mein Bus gleich abf\u00e4hrt. Die ganze K\u00fcchenmannschaft &#8211; es ist eine offene K\u00fcche, man kann den K\u00f6chen beim zubereiten zusehen! &#8211; ist super verst\u00e4ndnisvoll und ziehen meine Bestellung vor und nach nur 3 Minuten habe ich meine zwei fertigen Gerichte in einer T\u00fcte eingepackt erhalten. Ich bedanke mich: &#8222;Kop&nbsp;Khun&nbsp;ka&#8220;- so hei\u00dft Danke auf thail\u00e4ndisch, was ich inzwischen gelernt habe und sprinte los. Schon von weitem sehe ich die Busbesatzung am Ende des Busses stehen die mich angrinsen, als sie mich so rennen sehen. Mein Rucksack ist schon beladen, ich bedanke mich f\u00fcrs warten, steige ein und schon beginnt die Fahrt zu unserem zweiten Stop auf unserer Reise: Koh Samui!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einen Reiseblog schreiben. Wie f\u00e4ngt man so etwas an? Nun am Besten von vorne: Es ist 5:45 Uhr. Der Wecker klingelt. Aurelian, mein Freund, und ich liegen in einem fremden WG-Zimmer in Darmstadt. Neben dem Bett eine Schachtel Kondome, Gleitgel, und benutzte Taschent\u00fccher, mit denen sicherlich nicht die Nase geputzt wurde. 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