{"id":376,"date":"2022-06-26T21:35:51","date_gmt":"2022-06-26T21:35:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/?p=376"},"modified":"2024-11-16T03:53:45","modified_gmt":"2024-11-16T03:53:45","slug":"vom-scheitern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/?p=376","title":{"rendered":"Vom Scheitern"},"content":{"rendered":"\n<p>Erfolg, Karriere, Geld, Familie, Sicherheit, Gl\u00fcck, k\u00f6rperliches Wohlbefinden, Wohlstand, positiver Impact, N\u00fctzlichkeit und Beliebtheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Gute Ideale unserer Zeit?<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Leistungsgesellschaft ist getrieben vom Erfolgsanstreben. Sei es im Beruf, in den privaten Beziehungen, im Blick auf den Kontostand oder im Hinblick auf den k\u00f6rperlichen Fitnessgrad. Wir haben kulturelle Ideale. Mit denen wir uns tagt\u00e4glich \u00fcber die Medien oder in privaten Gespr\u00e4chen konfrontiert sehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Intensiviert wird das Streben durch intrinsische Ideale. Sei es die \u00dcbernahme von den gesellschaftlichen Idealen oder das Entwickeln eigener Ideale, gesch\u00f6pft aus anderen Quellen &#8211; es ist pl\u00f6tzlich nicht nur noch die (gef\u00fchlte) Erwartung anderer Menschen an dich &#8211; nun ist es auch dein eigenes unabdingbares Ziel. <\/p>\n\n\n\n<p>Hast du dir schon einmal bewusst gemacht, was deine Ideale sind? Was tagt\u00e4glich jegliche deiner Handlungen motiviert? <\/p>\n\n\n\n<p>Nicht wenige Menschen sehen sich geh\u00e4mmt und gel\u00e4hmt durch ihre Ideale. Aus Angst sie nie zu erreichen. Die Alternative zu den Idealen ist das Versagen. Wenn die Ideale f\u00fcr ein wertvolles, zufriedenstellendes, lebenswertes Leben stehen, setzt Versagen Wertverlust, Unzufriedenheit und ein nicht lebenswertes Leben auf die andere Seite. Vielleicht nicht mal bewusst, aber Menschen kultivieren Angst vor dem Versagen und nicht Erreichen ihrer Ziele. Allein zu sein ist die gr\u00f6\u00dfte Katastrophe. Dazu noch arm und ein Leben ist quasi vorbei. Jeder will doch etwas Besonderes sein. Doch was, wenn nicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Die Angst vorm Scheitern. Versagensangst. Das Ende!<\/p>\n\n\n\n<p>Aufstehen, weiterrennen. Wegrennen vorm Versagen. Schneller, st\u00e4rker, weiter. Immer weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Angst ist hierbei der Motivator. Solange Angst mit Hoffnung auf Entkommen da ist, ist man produktiv. Hat die Angst gesiegt, prograstiniert man und badet im Versagensloch. <em>&#8222;Ich werde es ja eh nie schaffen! Wieso anstrengen, wenn das alles sowieso kein Sinn hat? Jetzt ist es eh zu sp\u00e4t. So gut wie die anderen werde ich eh nie sein. Was soll das denn bringen? Diese minimale Ver\u00e4nderung wird mich auch nicht besser machen, kann ich auch gleich so bleiben, wie ich bin. Ich bin ja schlie\u00dflich gut genug. Oder etwa nicht? Jetzt was zu \u00e4ndern w\u00e4re die Verleumdung meiner selbst.&#8220;<\/em> Ist man der Angst entkommen kann man aber ebenfalls prograstinieren. <em>&#8222;Ich habe alles was ich brauche, um zufrieden zu sein. Wieso sollte ich das nicht auskosten? Mir geht es sehr gur, ich bin gl\u00fccklich und solange das so bleibt, ist alles gut!&#8220;<\/em> Und es wird ein annehmbarer Zustand kultiviert &#8211; das Lebensgl\u00fcck ist erreicht. Neue Ideale w\u00fcrde blo\u00df den Angstwettlauf aufs neue Starten und wer will das schon?!<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht ohne Grund sind in der Literatur oft Idealisten diejenigen die Leiden. Das Streben nach Ver\u00e4nderung. Das Streben nach Zukunft. Statt im Moment zufrieden zu leben. Doch sind sie auch meist die beeindruckenden Pers\u00f6nlichkeiten. Diejenigen die was bewegen. Die eine Mission haben und k\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier \u00f6ffnen sich nun mehrere Fragen: Zum einen: Was sind f\u00fcr mich &#8222;gute&#8220; &#8222;sinnige&#8220; &#8222;wertvolle&#8220; Ideale? Und zum anderen: &#8222;Wie schaffe ich es einen anderen Motivator zu finden und den Angstmotivator auszuklammern?&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Sich mal \u00fcber Ideale Gedanken zu machen, ist sicher nicht verkehrt. In ihnen steckt viel Sinngebung. Und Antriebskraft, w\u00e4hlt man sie nicht generell sondern entwickelt aus ihnen heraus ein spezifisches Ziel: &#8222;Ich will einen K\u00fcnstlerhof aufbauen und dort Menschen positive Impulse setzen!&#8220;. Konkretisiert und doch noch in weiterer Ferne. Doch kann es sehr belastend sein, im Bewuusstsein so viele Ideale zu haben und noch lange nicht in diesem unerf\u00fcllten Zustand zu sein und nicht einmal zu wissen, ob es jemals so kommen wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Studienkollege erz\u00e4hlte mir neulich eine Geschichte, von einem M\u00e4dchen, welches inzwischen Milliard\u00e4rin ist. Ihr Vater fragte sie jeden Abend am K\u00fcchentisch: &#8222;Woran bist du heute gescheitert?&#8220;. Er wollte nicht wissen, was gut lief oder was Banales passiert ist. Am wichtigsten war ihm, dass sein M\u00e4dchen jeden Tag an etwas scheiterte. Warum? Zum einen, um ihr die Angst vorm Scheitern zu nehmen. Scheitern geh\u00f6rt dazu, lehrt dich und macht dich st\u00e4rker. Zumindest wenn du es nicht verdr\u00e4ngst oder negativ verarbeitest. Zum anderen, um sie zu motivieren voranzugehen. Nicht stehenzubleiben. Zum weitergehen geh\u00f6rt Scheitern zwangl\u00e4ufig dazu. Wer stehen bleibt, der versucht sich vor dem Scheitern zu sch\u00fctzen. F\u00fcr ihn war Scheitern ein Zeichen des Fortschritts!<\/p>\n\n\n\n<p>Vertrauen statt Angst.<\/p>\n\n\n\n<p>Was kann denn schlimmstenfalls passieren? Mal ehrlich? Du hast dich. &#8222;In dich zu investieren ist das Beste Investment was du machen kannst!&#8220; &#8211; sagte mir eben dieser Studienkollege, als ich ihn fragte, wie man am Besten investiert. Du bist das einzige Kapital, dass du nicht verlierst. Dich an materielle Dinge zu klammern aus Versagens\u00e4ngsten, dich dann dar\u00fcber zu definieren, aber als Person nicht weiter zu wachsen, hm. <\/p>\n\n\n\n<p>Gro\u00dfe Ideale zu finden ist wohl genauso schwierig wie die Frage nach dem Sinn des Lebens zu beantworten. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber letzendlich steckt doch schon alles in uns drinnen. Letzendlich weist du, wo du hinwillst. Wenn du ehrlich zu dir bist. Nicht auf ein Endzustand hinarbeitend. Aber was f\u00fcr dich harmonisch und stimmig ist &#8211; und was eben nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Wir arbeiten gerade wieder mit Figurenfindung. Wie eine Figur aufsteht, wie sie mit ihren Dingen umgeht, wie sie ihren K\u00f6rper pflegt, wie sie isst, wie sie Z\u00e4hneputzt und all diese allt\u00e4glichen Handlungen zeigen so viel \u00fcber diese Figur. Charakterisieren sie schon. Wie achtsam bist du mit diesen Dingen? Schenkst du ihnen die n\u00f6tige Aufmerksamkeit und machst sie als Wohltat f\u00fcr dich und im Einklang mit dir? Oder siehst du sie als Zeitfresser und Produktivit\u00e4tsl\u00e4hmung, in Gedanken an kapitalistische Wertsch\u00f6pfung? Was ich damit sagen will: Bist du rundum eine Pers\u00f6nlichkeit im Einklang mit sich selber? Oder versuchst du noch Erwartungen zu entsprechen? <\/p>\n\n\n\n<p>Bel\u00fcgst du dich durch Angst selber? Kennst du deine Ideale? Woher kommen deine Ideale? Stimmen die Ideale, die du momentan verfolgst mit den Idealen in deinem Herzen \u00fcberein? Bist du Idealist? <\/p>\n\n\n\n<p>Hast du Angst vorm Scheitern? Oder arbeitest du selbstbewusst aufs Scheitern zu?!<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erfolg, Karriere, Geld, Familie, Sicherheit, Gl\u00fcck, k\u00f6rperliches Wohlbefinden, Wohlstand, positiver Impact, N\u00fctzlichkeit und Beliebtheit. Gute Ideale unserer Zeit? Unsere Leistungsgesellschaft ist getrieben vom Erfolgsanstreben. Sei es im Beruf, in den privaten Beziehungen, im Blick auf den Kontostand oder im Hinblick auf den k\u00f6rperlichen Fitnessgrad. Wir haben kulturelle Ideale. 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