{"id":209,"date":"2021-06-17T15:53:37","date_gmt":"2021-06-17T15:53:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/?p=209"},"modified":"2024-11-16T03:44:40","modified_gmt":"2024-11-16T03:44:40","slug":"innere-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/?p=209","title":{"rendered":"Innere Freiheit"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Thema, das mich in den letzten Wochen am allermeisten besch\u00e4ftigt: die innere Freiheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die ganze Gedankenarbeit und Erlebnisse zu verarbeiten und auf einen Punkt zu bekommen, ist jetzt der Zeitpunkt, es zu verschriftlichen. Let&#8217;s create a written mess out of the big mess!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fangen wir an mit dem Aspekt der Extrovertiertheit und der Introvertiertheit. Leute schlie\u00dfen aus dem Verhalten eines Menschen in einer Gruppe R\u00fcckschl\u00fcsse auf deren inneres Seelenleben. Es wird anscheinend gesehen, wie aktiv das Innenleben einer Person ist, wie involviert die Person in ein Geschehen ist, wie nah die Person Ereignisse an sich ran l\u00e4sst und wie gro\u00df der Drang ist darauf zu reagieren. Ein Gerechtigkeikeitsempfinden, das stark oder eben weniger stark ausgepr\u00e4gt sein kann. Wie aktiv eine Person in das Geschehen eingreift. Ver\u00e4ndert sie, kreiert sie, verst\u00e4rkt sie, dementiert sie, zerst\u00f6rt sie, l\u00e4uft sie mit oder versteckt sie sich?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Relevant hierbei ist der Fokus!!! Wo liegt das Zentrum deiner Aufmerksamkeit? Bei dir? Beim Anderen? Bei einer Dritten? Auf der Sache? Auf dem Raum zwischen euch zwei?<br>Was ist dir wichtig? Was willst du im Moment erreichen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant wird es auch das ganze auf ein anderes Modell zu \u00fcbertragen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">-assozial<br>-antisozial<br>-sozial<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hierbei geht es viel um die eigene Wahrnehmung!<br>Assozial ist jemand, der sehr egozentrisch ist und Ellenbogen einsetzt, um seine Ziele zu erreichen.<br>Antisozial ist jemand, der auf sich zur\u00fcckgezogen Einfl\u00fcsse von au\u00dfen fernh\u00e4lt, um konzentriert etwas zu bearbeiten (etwas vorzubereiten).<br>Sozial ist jemand, der sein Inneres aufmacht, alle anderen auch wahrnimmt und das Wohlbefinden aller als Priorit\u00e4t auffasst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sowohl der Zustand &#8222;sozial&#8220;, als auch der Zustand &#8222;antisozial&#8220; sind sehr wichtig! Wahrnehmung schulen, aber parallel auch Zeiten haben, f\u00fcr sich Dinge zu bearbeiten und zu lernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute und gestern haben wir im Schauspieltraining ein paar interessante \u00dcbungen dazu gemacht: Wir haben uns vorgestellt, dass jeder eine Blase um sich herum besitzt. Man kann die individuelle Blase ver\u00e4ndern. Einf\u00e4rben z.B. blau. F\u00fcllen mit M\u00fcll oder mit Feuer oder mit Schwermut. Oder aus dem Himmel durch Licht entstehen lassen. All diese Bilder haben eine R\u00fcckwirkung auf dich. Deine Phantasie beeinflusst dich! In dem Moment ist man vorerst antisozial. Auch im Bezug auf deinen pers\u00f6nlichen Ballast. Du wirfst alle st\u00f6renden Gedanken und Probleme raus. Etwas, was man erst einmal trainieren muss! Und tauchst dadurch in eine sehr interessante inspirative Sph\u00e4re ein. Da deine volle Konzentration auf deinen inneren Bildern und auf dir liegt, vergisst du die Vergangenheit und die Zukunft und bist zu <a href=\"tel:100\">100<\/a>% in der Wahrnehmung. Ein Zustand der inneren Freiheit! (Passt zu dem Artikel &#8222;Augenblick&#8220;)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr mich wird daher diese Frage sehr zentral:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Wie ist mein innerer Grund, auf den die Ereignisse des Alltags fallen?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und auch hier findet wieder ein Balance-Akt statt. Von denen finde ich ja in letzter Zeit hunderte. Die Balance zwischen innerlichem Reichtum und innerlicher Leere. Das sieht man ganz gut an dem Reaktionsmodell eines Schauspielers:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Spielprozess ist in 3 Schritte gegliedert. Der Spieler tritt zu aller erst einmal in Kontakt mit dem dramatischen Objekt. Sei es durch Wahrnehmung oder durch das innere Erschaffen. Dann wird das dramatische Objekt bewertet. Und erst dann kommt es zu einer Reaktion der Figur!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um wahrzunehmen, muss ich aufnahmef\u00e4hig sein. Muss Platz sein. Raum, in dem etwas wirken kann. &#8222;Gischten&#8220; &#8211; wie Jobst sagen w\u00fcrde. Innerliche Leere.<br>Um zu bewerten, brauche ich Substanz! Es geht vom Gedanken, ins Gef\u00fchl, zum Willen! Innerer Reichtum. Zus\u00e4tzlich muss der innere W\u00e4chter daf\u00fcr sorgen, dass in diesen Prozess kein Zweifel, kein Hass und keine Angst reinrutschen! Innerliche Leere.<br>Dann kann ich meine Reaktion behaupten!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Next step war, mit anderen in den Dialog zu treten &#8211; mit den Blasen. Sprich andere wahrzunehmen und &#8222;sozial&#8220; zu sein. Zu sehen wie weit man an jemanden rantreten kann, sodass sich die Blasen nur ber\u00fchren, man jedoch noch nicht in die andere Blase eindringt. Dann gezielt einen Finger in die Blase des anderen stechen und dessen Reaktion beobachten. Die Blase des anderen streicheln und heilen!<br>Das ist interessant. W\u00e4hrend man manchmal das Gef\u00fchl hat, jemand tritt einem zu nahe, gab der Prozess des Blasenstreichelns einem eine unglaubliche Daseinsberechtigung und ein Zeichen des Respekts. Hierbei wuchs die Pr\u00e4senz in der Gegenwart und man sah sich eher als aktives Glied im Geschehen, obwohl man in dem Moment ja nur der Empfangende war. Das &#8222;IN SICH RUHEN&#8220; wurde kultiviert.<br>In diesem Bewusstsein haben wir dann angefangen mit dem Partner zu reden. Die Blase nur au\u00dfen zu ber\u00fchren, sprich k\u00f6rperlich den Abstand zu wahren, aber im direkten Kontakt dem Anderen etwas sagen. Was sehr intensiv war. Weil man den anderen wirklich gemeint hat. Weil man ihm was gesendet hat und ihn damit bewegt hat. Beide haben sich drauf eingelassen. Man konnte den Anderen gedanklich f\u00fchren! Man traute sich den anderen zu ber\u00fchren. Und die Geste zu halten und nicht zur\u00fcckzunehmen. Das hat eine unglaubliche Qualit\u00e4t.<br>Ist aber andererseits auch gar nicht so einfach. Man muss sich wirklich \u00f6ffnen. Gef\u00fchlt verwundbar machen. Die gebaute Blase muss durchl\u00e4ssig werden. Und einen nicht l\u00e4nger isolieren oder abschotten. Schafft man das, ist man erstaunt, was f\u00fcr eine Begegnung m\u00f6glich ist. Und mir stellt sich die Frage, warum wir so selten solche Begegnungen leben. Selbst zu unseren scheinbar engsten Leuten schotten wir uns seelisch ab. Woran liegt das? Und will ich diesen Zustand haben? Oder will ich mehr Begegnung? Das ist interessant: ich sage \u00f6fter mal das ich ein Einzelg\u00e4nger bin. Gleichzeitig suche ich aber momentan Leute, die so intensiv Beziehungen leben. Lea ist so ein Mensch, meiner Meinung nach, Svitlana auch. Ich sehe die Risiken einer solchen Beziehung. Aber das was ich dadurch erhalte, ist eigentlich viel wertvoller! Etwas was ich auch in einem Mann suche, denke ich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann sollten wir die Augen schlie\u00dfen, die Blasen von allen sp\u00fcren und versuchen in niemanden reinzulaufen. Mir ist das nur so semi gelungen. Und ausgerechnet in die Person, zu der ich die schwierigste Beziehung habe, bin ich reingelaufen, weil ich sie \u00fcberhaupt gar nicht wahrgenommen habe. Ich wei\u00df nicht, ob es daran lag, dass die Person nicht ausgestrahlt hat oder ob es mir an Wahrnehmungsf\u00e4higkeit mangelt. Oder ob das ganze nur ein konstruiertes Gedankenbild ist und keine Realit\u00e4t.<br>Aber zumindest kenne ich das Gef\u00fchl sich unscheinbar zu machen. Nicht aufzufallen. Stiller Beobachter zu sein. Das kann sehr lehrreich und in einigen F\u00e4llen auch gefragt sein! Aber es gibt Augenblicke in denen ich unfreiwillig in diese Position gerate. Sei es weil kein Raum da ist, weil andere mir den Raum nicht geben oder weil ich ihn mir nicht nehme. Innere Unfreiheit verhindert auch sich Raum zu nehmen. Dann kommen Zweifel, Angst, Hass in einen und verhindern die Leichtigkeit und die Behauptung, die es f\u00fcr Dialog auf Augenh\u00f6he ben\u00f6tigt. Man rutscht dann schnell in den Tiefstatus oder zieht sich eben zur\u00fcck. Das ganze kann allerlei \u00e4u\u00dfere Ausl\u00f6ser haben! Ein f\u00fcr dich bisher unbewegtes Thema zu dem du keinen eigenen Standpunkt hast. Eine Person, von dessen Meinung du dich zu stark abh\u00e4ngig machst (Autorit\u00e4t oder Person, in die du verliebt bist). Eine unbekannte bereits bestehende Gruppenkonstellation, wo du erst einmal die Dynamiken verstehen willst, um dich dann in einen freien Platz reinzugliedern. Alternativ zu diesem Fall k\u00f6nntest du diese Gruppe nat\u00fcrlich auch F\u00fchrerm\u00e4\u00dfig \u00fcbernehmen. Dabei musst du allerdings allerhand F\u00e4higkeiten mitbringen: M\u00e4chtiger sein, als der bisherige Leader, alle erreichen und zum mitlaufen annimieren, Aufmerksamkeit und Fokus auf dich lenken und Wohlwollen von allen gegen\u00fcber dir erzeugen. Dies kann intuitiv geschehen, ist aber sicher auch ein erlernbares Verhalten und gerade von guten Firmenbossen, Regierungschefs, Gruppenleitern, etc. definitiv verlangt!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur\u00fcck zum Unterricht, denn auch da trainieren wir diese F\u00fchrungsqualit\u00e4ten:<br>Wir haben uns alle in einen Kreis gesetzt, und eine Person sollte dann jeweils in die Mitte gehen und die Gruppe durch Gesten und Laute ber\u00fchren und f\u00fchren. Auch unsere Monologe haben wir in dem Kreis gesprochen und als Dirigenten haben wir die ganze Gruppe bewegen sollen. Schwerpunkt war also, alle einzufangen und zu f\u00fchren. Wirklich zu ber\u00fchren und auf eine Reise mitzunehmen.<br>Dabei nicht aus Angst, etwas \u00fcberspielen! Sondern darauf vertrauen, dass es funktioniert.<br>Um ein k\u00fcnstlerisches Bewusstsein daf\u00fcr zu erschaffen, arbeiten wir zurzeit mit einer Art Meditation. Ein Text &#8222;the actors march&#8220; wird daf\u00fcr geistig und physisch durchlebt:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich bin ein kreativer K\u00fcnstler.<br>Ich habe die F\u00e4higkeit auszustrahlen.<br>Wenn ich meine Arme hebe, schwebe ich \u00fcber die Erde.<br>Wenn ich meine Arme denke, schwebe ich weiter<br>In der Luft um meinen Kopf sp\u00fcre ich die Kraft der Gedanken.<br>In der Luft um meine Brust, sp\u00fcre ich die Kraft der Gef\u00fchle.<br>In der Luft um meine Beine, sp\u00fcre ich die Kraft des Willens.<br>Ich bin, der ich bin.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant daran ist, dass die Impulse nicht in einem, sonder au\u00dfen in der Luft liegen! Einher geht gedanklich f\u00fcr mich also das Raumempfinden, das anscheinend bei M\u00e4nnern ausgepr\u00e4gter sein soll, als bei Frauen. (Begr\u00fcndeter oder unbegr\u00fcndeter Sexismus?) Sich im Bezug zu dem Raum und zu den Gegenst\u00e4nden und Personen im Raum sehen. Was dich wiederrum in der Gegenwart verwurzelt. Aber auch das Vertrauen, dass das was du lieferst, schon da ist und nur durch dich verk\u00f6rpert und zum Ausdruck gebracht wird. Daf\u00fcr habe ich neulich nachts ganz sch\u00f6ne Kritik eingefangen. Weil ich eben nicht darauf vertraut hatte, dass das was da ist reicht, sondern krampfhaft versucht habe, etwas draufzusetzen. Etwas was gerade bei der Improvisation ein gro\u00dfer Knackpunkt ist! Auf Impulse reagieren. Zug um Zug. Im Partnerkontakt. Etwas im Moment entstehen lassen, im K\u00f6rper, statt verkopft alles aus der Berechnung zu konstruieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Text beinhaltet aber noch mehr:<br>Sich bewusst zu machen durch den ersten Satz: Ich bin ein kreativer K\u00fcnstler, dass man die F\u00e4higkeit hat Dinge zu erschaffen und zu gestalten. Einfluss zu nehmen.<br>Sich durch den Satz &#8222;ich habe die F\u00e4higkeit zu strahlen&#8220; bewusst zu werden, dass man &#8222;extrovertiert&#8220; sein kann, dass man f\u00fchren kann, aber das man nicht muss. Das man selber bewusst darauf zugreifen kann oder es bewusst lassen kann.<br>Und der Satz: ich bin der ich bin, f\u00e4sst all das, dein Wesen zusammen. Sagt aber gleichzeitig, dass es reicht was du bist. Das du nur das hast. Dich und dein Potenzial. Und dass das ausreichend ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jedes Mal kann dieser Text einen anderen Schwerpunkt, eine andere Bedeutung f\u00fcr dich haben. Aber bei mir schafft sie jedes Mal ein Bewusstsein f\u00fcr mich als Person und ankert mich in mir selber!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jobst meinte in einer Probe zu mir, ich solle Dinge einfach behaupten. Ohne Zweifel. Lieber etwas zu dick auftragen, als w\u00e4hrend des Prozesses wieder zur\u00fcckzuziehen. Gesten setzen. Und auszustrahlen. Und nachklingen lassen. Den anderen zur Reaktion n\u00f6tigen (b\u00f6se ausgedr\u00fcckt). Diese Einstellung habe ich dann auch auf mein Privatleben \u00fcbertragen. Einen Tag lang nur behauptet. Was interessant war, weil die Jungs mit denen ich an dem Tag unterwegs war, sich voll gewundert haben, warum ich auf einmal so krass extrovertiert sei. So anders. Interessanter Weise, war das der Tag seit langem, an dem ich am freisten war. Ich hatte unglaublich Spa\u00df! Mein Fokus lag auf mir. Und trotzdem nahm ich mein Umfeld wahr. Aber nicht aus deren Augen, wie ich es sonst vielleicht h\u00e4ufig tue, sondern durch meine Augen! Ich lernte an dem Abend eine Menge neue Leute kennen, tanzte mit ihnen und zog parallel das Interesse meiner Freunde an. Sie beobachteten mich. Weil ich kreierte. Es ist ein Unterschied, ob du f\u00fcr jemanden anderen ein guter Freund sein willst, ein passendes Gegen\u00fcber oder ob du mehr &#8222;in dir ruhst&#8220; und bist. Sein. Ein Vorgang den man unbedingt mal beleuchten sollte. Was bedeutet es zu &#8222;Sein&#8220;? Hier kommt auch wieder das alte Thema der Wachsfigur hoch. Anpassen oder in eigener Form fest stehen. Eine Balance zwischen den beiden Alternativen finden? Anpassungsf\u00e4higkeit ist ja definitiv f\u00fcr einige Bereiche erforderlich, gleichzeitig ist es aber auch unglaublich wichtig, einen Teil von dir in das Geschehen einflie\u00dfen zu lassen und Einfluss zu nehmen! Je nach Umfeld bin ich mal mehr dominant, mal mehr zur\u00fcckhaltend. Das zu analysieren, die Terminologie als Reflektionschance benutzen und sich dann damit zu besch\u00e4ftigen, wie man aus der gef\u00fchlten Unfreiheit rauskommen kann!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe beim Thema Extrovertiertheit das Gerechtigkeikeitsempfinden angesprochen. Diesen Aspekt lehrt mich gerade meine aktuelle Rolle. Ich spiele N, ein M\u00e4dchen, dass immer eine gro\u00dfe Klappe hat, das ihre eigene Vorstellungen von richtig und falsch hat und daf\u00fcr, gerne auch Mal gewaltvoll, eintritt. Ein M\u00e4dchen, das pausenlos behauptet, ohne ihre inneren Zweifel, die sie sehr wohl besitzt, einflie\u00dfen zu lassen. Das extrovertiert wirkt, ein aktiver Gestalter in einer Gruppe ist. Ein M\u00e4dchen mit W\u00fcnschen, voller Hoffnung, voller Tatendrang, das Polarisierung liebt und sich nach Freiheit, Liebe, Raum und Best\u00e4tigung sehnt. Sie ist nicht zufrieden, sie ist im Kampf.<br>Durch diese Verhaltensmuster und Wesensz\u00fcge lerne ich auch unglaublich viel \u00fcber mich. Es ist interessant, weil du jede Figur auch in Relation zu dir stellst. Wo ist die Figur anders als ich? Wo hat sie Parallelen? Wieso handelt sie so, wie sie handelt? Und weil man anf\u00e4ngt zu den Reaktionen, die die Person t\u00e4tigt den Prozess dahin zu erarbeiten (wie oben beschrieben), kommt man dahin zu lernen, wie die Figur, denkt, wahrnimmt und f\u00fchlt. Das kann man dann auf sein eigenes Privatleben anwenden und dort ausprobieren. Und dadurch wird man als eigene Person auch reicher an Handlungsspielraum. Was wiederrum Freiheit schenkt. Du l\u00f6st sich von deinen eigenen Reaktionsmustern und Gewohnheiten und eignest dir neue an. Dein Spektrum an Reaktionsm\u00f6glichkeiten erweitert sich. Deine Wahrnehmung wird sch\u00e4rfer und auf solche Prozesse geschult. Du bist deine Gewohnheiten, sagt man ja so sch\u00f6n. Also einmal ganz ehrlich zu sich selber sein und die eigenen Gewohnheiten offenlegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was geh\u00f6rt also f\u00fcr mich zur inneren Freiheit?<br>&#8211; im Jetzt leben<br>&#8211; in sich ruhen<br>&#8211; innerer Reichtum + innere Leere<br>&#8211; Reaktionsm\u00f6glichkeiten<br>&#8211; Wahrhaftige Begegnung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sicherlich kommt da noch einiges hinzu.<br>So zum Beispiel die Liebe zur Tat. Nat\u00fcrlich geht das einher mit dem Aspekt in der Gegenwart zu leben, aber nicht nur. Interesse zu haben, an mir selber, an der Welt, an meinen Handlungen, an meinem Umfeld. Und zwar von innen heraus. Nicht von au\u00dfen \u00fcbergest\u00fclpt. Wie lebe ich meinen Alltag? Wie vollziehe ich einzelne T\u00e4tigkeiten? Wo liegt meine Aufmerksamkeit? Lasse ich Phantasie zu? Interessiere ich mich f\u00fcr das Geschehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die These ist, dass eine Kausalit\u00e4t zwischen der Wahrnehmungsf\u00e4higkeit im Alltag und der Wahrnehmungsf\u00e4higkeit auf der B\u00fchne besteht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sich also f\u00fcr allt\u00e4gliche Prozesse zu interessieren und R\u00e4ume, z.B. durchs Putzen gut zu behandeln, schafft Respekt, Erkenntnis, Bezug, Austausch, Wertsch\u00e4tzung und eine Grundhaltung dem Leben gegen\u00fcber!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Jobst w\u00e4re jetzt stolz darauf, dass ich diese Aussage seinerseits bejahe und weiterspinne hahaha.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innere Freiheit, ein Zustand f\u00fcr den es sich zu k\u00e4mpfen lohnt!<br>Der einen im wahrsten Sinne des Wortes befreit!<br>Und eventuell ein Schl\u00fcssel zur inneren Erf\u00fcllung sein kann?!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachtrag: <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine gute Freundin von mir hat meinen Artikel gelesen und mir ein paar weiterf\u00fchrende Impulse geschickt, die ich niemandem vorenthalten will und die in mein Gedankengeb\u00e4ude von heute integriert werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">&#8222;Extrovertiert sein, kann zur Entscheidung gemacht werden, indem man andere sieht und auf sie eingeht!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bombensatz. Denn die Entscheidungen f\u00fcr dein Leben triffst du! <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und ein Nachtrag f\u00fcr die Liste, was innere Freiheit alles beinhaltet: mit sich im Reinen sein!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Falls ihr auch so inspirierendes Feedback habt, immer her damit!!!<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Thema, das mich in den letzten Wochen am allermeisten besch\u00e4ftigt: die innere Freiheit. Um die ganze Gedankenarbeit und Erlebnisse zu verarbeiten und auf einen Punkt zu bekommen, ist jetzt der Zeitpunkt, es zu verschriftlichen. Let&#8217;s create a written mess out of the big mess! 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