{"id":145,"date":"2020-11-13T14:50:46","date_gmt":"2020-11-13T14:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/?p=145"},"modified":"2024-11-16T03:39:52","modified_gmt":"2024-11-16T03:39:52","slug":"namenlosigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.xn--advnx-ira.de\/wp\/?p=145","title":{"rendered":"Namenlosigkeit"},"content":{"rendered":"\n<p>Schon lustig, da lebt man im selben Land, in der selben Stadt, im selben Viertel &#8211; und doch k\u00f6nnten die Lebenswelten unterschiedlicher nicht sein!<br>Vom reichen Busniss-Mann zum drogenabh\u00e4ngigen Obdachlosen!<br>Es gibt zwei Arten in einer Gro\u00dfstadt zu leben: Die eine, die tats\u00e4chlich die Meisten w\u00e4hlen, verschlie\u00dft sich vor ihrer Umgebung. Aufs Handy schauende Passanten, Kopfh\u00f6rer im Ohr, in Gedanken in jeglicher anderen Dimension, blo\u00df nicht in der Gegenwart! Die sich nicht einmal darum scheren, wenn jemand heulend auf der Stra\u00dfe sitzt. Aber wenn man seine Umgebung mal bewusst wahr nimmt und sich auf seine unz\u00e4hlige Mitmenschen einl\u00e4sst, ist eine Gro\u00dfstadt der optimale Ort f\u00fcr die interessantesten Begegnungen:<br>Sei es der Drogendealer, der dich mit N\u00fcssen in ein interessantes Gespr\u00e4ch \u00fcber sein Business und die kulturellen Unterschiede im Geschlechtsakt verwickelt, der Afrikaner John, den es in Sachen Dating zu belehren gilt, n\u00e4mlich dass man zuerst nach dem Namen des M\u00e4dchen und dann erst nach der Handynummer fragt, eine junge Polin, die dir ihre Lebensweisheiten mit auf den Weg geben will, der Stra\u00dfenmusiker, der dir bereitwillig seine Biografie erz\u00e4hlt, der Hotelbesitzer, der dich zu einem Fr\u00fchst\u00fcck einl\u00e4dt, den Obdachlosen, dem du ein Essen spendierst, all die jungen Touristen, die nach einem Fotografen f\u00fcr ihr n\u00e4chstes Instabild suchen, dem Typen mit Tourett Syndrom in der Bahn, der ein Gespr\u00e4ch mit dir anfangen will, der Fundraiser, der sich an dir festbei\u00dft oder die junge Frau, die dich bittet, kurz auf ihren Hund aufzupassen. Aber auch jedes zugeworfene L\u00e4cheln, jede freundliche Geste, jeder Funke Aufmerksamkeit!<br>Eine Stadt steckt voller Geschichten und Begegnungen &#8211; wenn man sich drauf einl\u00e4sst! Heraus aus der Namenlosigkeit, hinein ins Leben!<br>Nichtsdestotrotz sind es leider gr\u00f6\u00dftenteils Menschen der Unterschicht, die dieser zweiten Gruppe von Stadtmenschen angeh\u00f6ren. Einfache, einsame Menschen mit vielen Problemen. Aber auch Menschen mit einer K\u00fcnstlerseele.<br>Spannend bleibt:<br>Die unterschiedlichen sozialen Milieus, die auf engstem Raum zusammenleben und deren Lebenswelten sich dennoch nicht oder kaum ber\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch:<br>Menschen sind Herdentiere. S\u00fcchtig nach einem sozialen Umfeld.<br>Neu und allein in einer gro\u00dfen, fremden Gro\u00dfstadt bietet die Herausforderung sich in ein bestehendes soziales Umfeld einzugliedern. Zu wissen, was f\u00fcr eine Art Menschen man gerne um sich h\u00e4tte, diese zu finden und dann auch noch in deren Gruppe aufgenommenen zu werden; gar nicht so einfach.<br>Hier gilt wohl in aller erster Linie Offenheit, den Rest wird wohl das sogenannte &#8222;Schicksal&#8220; zur rechten Zeit in die Wege f\u00fchren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon lustig, da lebt man im selben Land, in der selben Stadt, im selben Viertel &#8211; und doch k\u00f6nnten die Lebenswelten unterschiedlicher nicht sein!Vom reichen Busniss-Mann zum drogenabh\u00e4ngigen Obdachlosen!Es gibt zwei Arten in einer Gro\u00dfstadt zu leben: Die eine, die tats\u00e4chlich die Meisten w\u00e4hlen, verschlie\u00dft sich vor ihrer Umgebung. 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